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![]() Alexander Weprik |
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Alexander Weprik (1899-1958) wurde schon als Kind am
Leipziger Konservatorium ausgebildet. In den 20er Jahren galt er als die
große Hoffnung der jüdischen Musik. Ähnlich wie die ungarische und
rumänische Folklore für Bela Bartók war die jüdische traditionelle Musik
für Weprik eine Erneuerungsquelle für sein Schaffen. Kaum ein anderer
Komponist ist dem Geist der Synagogenmusik so nahe gekommen und hat ihn so
verinnerlicht wie Weprik. Stilistisch sind seine Werke schwer einzuordnen.
Zu eigenständig, zu unverwechselbar ist sein Stil, der gleichsam aus der
uralten jüdischen Musiktradition entspringt und doch gänzlich dem
20.Jahrhundert angehört.
Ab Mitte der 20er Jahre wurden Wepriks Werke international bekannt. Besonders in Deutschland war er zu dieser Zeit einer der meistgespielten russischen Komponisten. Allein in der Spielzeit 1928/29 wurde in Berlin fast sein gesamtes Oeuvre aufgeführt. Wepriks "Totenlieder" gehörten zu den ganz frühen Übertragungen des Berliner Rundfunks. Im März 1933 dirigierte Arturo Toscanini Wepriks "Tänze und Lieder des Ghettos" in der New Yorker Carnegie Hall. 1950 wurde Weprik verhaftet, im Gefängnis schwer misshandelt und dann in den GULag deportiert. Man befreite ihn zwar von der Schwerstarbeit, statt dessen musste er ein Laienorchester unter den Gefangenen organisieren. Es ist aber fast symbolisch für die kurze Geschichte der jüdischen Musik in Russland, dass die Laufbahn dieses Komponisten, die einst auf Konzertpodien in Moskau, Berlin und Wien begonnen hatte, schließlich im GULag mit Arrangements für ein Balalaika-Orchester endete.
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