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Jascha Nemtsov
Biographie

© Elisabeth N. Reuter, 2016
© Elisabeth N. Reuter:
Jascha Nemtsov plays Zaderatsky (2016)
2013 © 
Elisabeth N. Reuter
© Elisabeth N. Reuter:
Portrait Jascha Nemtsov (2013)

Foto 1996

Zeichnung von Bubec<BR>1994 Zeichnung von Bubec
(1994)
Der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov wurde 1963 im sibirischen Magadan geboren, er wuchs in St. Petersburg auf und absolvierte dort die Spezialmusikschule (mit Goldmedaille). Danach setzte er seine musikalische Ausbildung am St. Petersburger Staatlichen Konservatorium fort (Konzertdiplom mit Auszeichnung). Seit 1992 lebt er in der Bundesrepublik Deutschland und startete dort eine glänzende internationale Karriere. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u.a. David Geringas, das Vogler Quartett, Tabea Zimmermann, Ingolf Turban, Dmitri Sitkovetsky, Kolja Blacher und Chen Halevi.

Jascha Nemtsovs Repertoire ist außerordentlich breit und vielseitig: neben dem klassisch-romantischen Repertoire (sowohl Klaviersolowerke als auch Kammermusik) widmet er sich besonders der Musik des 20. Jahrhunderts bis hin zum 21. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf russischer Musik (speziell Shostakovich, aber auch Zaderatsky, Weinberg u.a.). Außerdem gestaltete er mehrere Programme mit Werken von jüdischen Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Ein weiteres Spezialgebiet ist die jüdische Kunstmusik Anfang des 20. Jahrhunderts, die Jascha Nemtsov gleichermaßen als Pianist und als Musikwissenschaftler wiederentdeckt und so das erstaunliche Oeuvre einer ganzen Komponisten-Schule (der Neuen Jüdischen Schule) dem Vergessen entrissen hat. Jascha Nemtsov gibt Konzerte als Solist und in verschiedenen Kammermusikformationen in Europa, Nordamerika, Israel und Russland. Er ist nebenbei ein begnadeter Erzähler und begleitet seine Konzerte oft mit lebendigen Kommentaren.

Bis jetzt nahm Jascha Nemtsov insgesamt mehr als dreißig CDs mit zahlreichen Weltersteinspielungen auf. „Jascha Nemtsov zeigt sich als Pianist der Liszt’schen Ahnenreihe würdig“, urteilte die Zeitschrift „Fono Forum“ anlässlich seiner Einspielung der Ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt. Er arbeitete mit den Labeln Hänssler Classic, Oehms Classic, Edition Profil, Neos, cpo und Edition Abseits zusammen. Bei Hänssler Classic erschien eine ganze CD-Reihe mit Werken der „Neuen Jüdischen Schule“, die weltweit große Resonanz fand. Viele seiner CDs wurden international ausgezeichnet, die CD mit Sonaten für Violine und Klavier von Shostakovich und Weinberg mit dem Geiger Kolja Blacher erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Jascha Nemtsovs wissenschaftliche Arbeiten konzentrieren sich auf jüdische Musik und jüdische Komponisten im 20. Jahrhundert. Er promovierte 2004 und wurde 2007 habilitiert. Nemtsov ist Mitglied des Instituts für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam und des Editorial Board des Milken Archive of Jewish Music (Santa Monica/New York). Er unterrichtet seit 2006 am Abraham Geiger Kolleg, seit 2010 ist er Akademischer Direktor der Kantorenausbildung des Kollegs. 2011 übernahm er eine Gastprofessur für jüdische Musik und Kultur an der Universität Lüneburg. 2013 wurde er als Professor für Geschichte der jüdischen Musik an die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar berufen.

2015 hat Jascha Nemtsov zusammen mit Martin Kranz die ACHAVA Festspiele Thüringen ins Leben gerufen – ein Festival für interreligiösen und interkulturellen Dialog, dessen künstlerischer Leiter er wurde.

Dieser Text ist ohne jegliche Änderung abzudrucken. Kürzungen nur nach Rücksprache. Hier können Sie die Biographie, sowie einige Fotos von Jascha Nemtsov herunterladen.



© 28.07.2016 by Jascha Nemtsov. e-mail: feedback@musica-judaica.com