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Jascha Nemtsov


Biographie

© Marko Priske

Zeichnung von Bubec

Zeichnung von Bubec (1994)
Der Pianist Jascha Nemtsov hat sich gleichermaßen als Solist und hervorragender Kammermusiker einen Namen gemacht. Im sibirischen Magadan geboren, wuchs er in St. Petersburg auf und absolvierte dort die Spezialmusikschule (mit Goldmedaille). Danach setzte er seine musikalische Ausbildung am St. Petersburger Konservatorium fort (Konzertdiplom mit Auszeichnung). Seit 1992 lebt er in der Bundesrepublik Deutschland und startete dort eine glänzende internationale Karriere. Zu seinen regelmäßigen Kammermusikpartnern zählen David Geringas, das Vogler Quartett, Tabea Zimmermann, Ingolf Turban, Dmitri Sitkovetsky, Kolja Blacher und Chen Halevi.

Jascha Nemtsovs Repertoire ist außerordentlich breit und vielseitig: neben dem klassisch-romantischen Repertoire (sowohl Klaviersolowerke als auch Kammermusik) widmet er sich besonders der Musik des 20. Jahrhunderts bis hin zum 21. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf russischer Musik (speziell Shostakovich, aber auch Zaderatsky, Weinberg u.a.). Außerdem gestaltete er mehrere Programme mit Werken von jüdischen Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Ein weiteres Spezialgebiet ist die jüdische Kunstmusik Anfang des 20. Jahrhunderts, die Jascha Nemtsov gleichermaßen als Pianist und als Musikwissenschaftler wiederentdeckt und so das erstaunliche Oeuvre einer ganzen Komponisten-Schule (der Neuen Jüdischen Schule) dem Vergessen entrissen hat. Jascha Nemtsov gibt Konzerte als Solist und in verschiedenen Kammermusikformationen in Europa, Nordamerika, Israel und Russland. Er ist nebenbei ein begnadeter Erzähler und begleitet seine Konzerte oft mit lebendigen Kommentaren.

Bis jetzt nahm Jascha Nemtsov insgesamt 28 CDs mit zahlreichen Weltersteinspielungen auf. Auch hier beweist er eine große Bandbreite, indem er Kompositionen der Romantik – Liszt, Raff u.a. über türkische Musik (Saygun), Bartok, Shostakovich, Prokofiev bis hin zu Shchedrin und Balakauskas aufnahm. „Jascha Nemtsov zeigt sich als Pianist der Liszt’schen Ahnenreihe würdig“, urteilte die Zeitschrift „Fono Forum“ anlässlich seiner Einspielung der Ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt. Er arbeitete mit den Labeln Hänssler Classic, Oehms Classic, Edition Profil, Neos, cpo und Edition Abseits zusammen. Viele seiner CDs wurden international ausgezeichnet, etwa als „Audiophile Reference - The Best of 2001“, „Klassik heute Empfehlung“, „CHOC - Le Monde de la Musique“, „Recording of the month (MusicWeb)“ und „Disc of the Month“ (BBC Music Magazine). Bei Hänssler Classic erschien eine ganze CD-Reihe mit Werken der „Neuen Jüdischen Schule“, die weltweit große Resonanz fand. Die CD mit Sonaten für Violine und Klavier von Shostakovich und Weinberg mit dem Geiger Kolja Blacher erhielt 2007 den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Jascha Nemtsov ist Mitglied des Instituts für Jüdische Studien an der Universität Potsdam und des Editorial Board des Milken Archive of Jewish Music (Santa Monica/New York). Seit 2010 ist er Mitglied des Direktoriums und Leiter des Kantorenseminars des Abraham Geiger Kollegs (Berlin/Potsdam). Er promovierte 2004 und wurde 2007 habilitiert. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf jüdische Musik und jüdische Komponisten im 20. Jahrhundert. Die Ergebnisse seiner Forschungen legte er in fünf Monographien, sowie in vielen weiteren Publikationen dar. Er hielt Gastvorlesungen und gab Meisterkurse an zahlreichen europäischen Universitäten und Musikhochschulen, sowie in Israel, Kanada und in den USA. 2011 übernahm er eine Gastprofessur für jüdische Musik und Kultur an der Universität Lüneburg. Zum Sommersemester 2013 wurde er als Professor für Geschichte der jüdischen Musik an die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar berufen.

Dieser Text ist ohne jegliche Änderung abzudrucken. Kürzungen nur nach Rücksprache. Hier können Sie die Biographie, sowie einige Fotos von Jascha Nemtsov herunterladen.



© 06.01.2012 by Jascha Nemtsov. e-mail: feedback@musica-judaica.com