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Jascha NemtsovBiographie |
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Der Pianist Jascha Nemtsov hat sich gleichermaßen als
Solist und hervorragender Kammermusiker einen Namen gemacht. Im sibirischen
Magadan geboren, wuchs er
in St. Petersburg auf und absolvierte dort die Spezialmusikschule (mit Goldmedaille). Danach setzte er
seine musikalische Ausbildung am St. Petersburger Konservatorium fort (Konzertdiplom mit Auszeichnung).
Seit 1992 lebt er in der Bundesrepublik Deutschland und startete dort eine glänzende internationale
Karriere. Zu seinen regelmäßigen Kammermusikpartnern zählen David Geringas, das Vogler Quartett,
Tabea Zimmermann, Ingolf Turban, Dmitri Sitkovetsky, Kolja Blacher und Chen Halevi. Jascha Nemtsovs Repertoire ist außerordentlich breit und vielseitig: neben dem klassisch-romantischen Repertoire (sowohl Klaviersolowerke als auch Kammermusik) widmet er sich besonders der Musik des 20. Jahrhunderts bis hin zum 21. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf russischer Musik (speziell Shostakovich, aber auch Zaderatsky, Weinberg u.a.). Außerdem gestaltete er mehrere Programme mit Werken von jüdischen Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Ein weiteres Spezialgebiet ist die jüdische Kunstmusik Anfang des 20. Jahrhunderts, die Jascha Nemtsov gleichermaßen als Pianist und als Musikwissenschaftler wiederentdeckt und so das erstaunliche Oeuvre einer ganzen Komponisten-Schule (der Neuen Jüdischen Schule) dem Vergessen entrissen hat. Jascha Nemtsov gibt Konzerte als Solist und in verschiedenen Kammermusikformationen in Europa, Nordamerika, Israel und Russland. Er ist nebenbei ein begnadeter Erzähler und begleitet seine Konzerte oft mit lebendigen Kommentaren. Bis jetzt nahm Jascha Nemtsov insgesamt 26 CDs mit zahlreichen Weltersteinspielungen auf. Auch hier beweist er eine große Bandbreite, indem er Kompositionen der Romantik – Liszt, Raff u.a. über türkische Musik (Saygun), Bartok, Shostakovich, Prokofiev bis hin zu Shchedrin und Balakauskas aufnahm. „Jascha Nemtsov zeigt sich als Pianist der Liszt’schen Ahnenreihe würdig“, urteilte die Zeitschrift „Fono Forum“ anlässlich seiner Einspielung der Ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt. Er arbeitete mit den Labeln Hänssler Classic, Oehms Classic, Edition Profil, Neos, cpo und Edition Abseits zusammen. Viele seiner CDs wurden international ausgezeichnet, etwa als „Audiophile Reference - The Best of 2001“, „Klassik heute Empfehlung“, „CHOC - Le Monde de la Musique“, „Recording of the month (MusicWeb)“ und „Disc of the Month“ (BBC Music Magazine). Bei Hänssler Classic erschien eine ganze CD-Reihe mit Werken der „Neuen Jüdischen Schule“, die weltweit große Resonanz fand. Die CD mit Sonaten für Violine und Klavier von Shostakovich und Weinberg mit dem Geiger Kolja Blacher erhielt 2007 den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Jascha Nemtsov ist seit 2002 Mitglied des Instituts für Jüdische Studien an der Universität Potsdam
und des Editorial Board des Milken Archive
of Jewish Music (Santa Monica/New York).
Seit 2010 ist er Mitglied des Direktoriums und Leiter des
Kantorenseminars des Abraham Geiger Kollegs (Berlin/Potsdam).
Er promovierte 2004 und wurde 2007 habilitiert. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren
sich auf jüdische Musik und jüdische Komponisten im 20. Jahrhundert. Die Ergebnisse seiner Forschungen
legte er in fünf Monographien, sowie in vielen weiteren
Publikationen dar. Er hielt Gastvorlesungen und gab Meisterkurse an zahlreichen europäischen Universitäten
und Musikhochschulen, sowie in Israel, Kanada und in den USA. Im Sommersemester 2011 übernahm er eine Gastprofessur für jüdische
Musik und Kultur an der Universität Lüneburg.
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